Von Baltimore nach Davenport, Iowa – Endlich an der Uni

22Aug2012

17.08.12:

 

Es ging morgens schon recht früh los und nach einem guten Frühstück ging es dann um 8 Uhr an den Flughafen. Mit dem Einchecken hat alles soweit prima funktioniert und der Flug an sich war auch relativ ruhig. Probleme gab es dann erst als ich in Newark, NY war. Die Maschine nach Chicago hatte nämlich 60 Minuten Verspätung und lange Rede kurzer Sinn: Beim Umsteigen in Chicago bin ich von einem zum anderen Terminal gesprintet (ja gesprintet) und hab dann den Flug gerade noch so bekommen.

 

In Moline (Flughafen in der Uni-Nähe) angekommen, wurde ich wie im Film von einem Kerl empfangen, der ein Schild mit „Max Birtel“ in der Hand hielt. Er machte von Anfang an einen sympathischen Eindruck und wie sich herausstellte ist er der Professor für britische Geschichte. Er wird mich also niemals unterrichten. Nach einer 15 Minuten langen Autofahrt waren wir dann auch auf dem Campus Gelände, wo die Austauschkoordinatorin schon auf uns wartete und mich umarmte als würden wir uns schon ewig kennen.

 

Es gab allerdings eine Planänderung: Anstatt in einem Studentenwohnheim war ich in einem 1-Familien Haus untergebracht, welches ich mir mit 3 anderen Studenten teilen werde. Also genauer gesagt hab ich hier ein Zimmer, welches fast so groß ist wie meins. Einzelzimmer wohlgemerkt und das Haus liegt 100m vom Campus entfernt, was so viel heißt, dass keiner auf uns „aufpassen“ wird. Da meine Mitbewohner aber erst am Sonntag eintreffen werden (so hat man das mir gesagt), habe ich jetzt ein ganzes Haus zwei Tage lang für mich alleine. Ich muss dazu sagen: bis auf das Nötigste ist hier nichts vorhanden. In meinem Zimmer ist ein Bett und ein Schrank, sonst nichts. Aber immerhin ein riesiger Kühlschrank und daneben stehen zwei Waschmaschinen, not bad.

 

Ich kam also um 17:00 Uhr dort an und man gab mir einen Schlüssel und die nötigsten Informationen und nun war ich erstmal auf mich allein gestellt. Um 20:00 Uhr sollte noch ein Treffen der internationalen Studenten sein und bis dahin wollte ich mich erstmal mit Wasser, was zu Essen versorgen und in Ruhe duschen. Die Zeit konnte ich irgendwie totschlagen, aber ich hatte noch kein Wlan Passwort, was nun einmal ungünstig war, aber ich hab es überlebt ;)

 Bei dem Meeting traf ich Leute von England (10 Stück, alle Fußball-Stipendium), Puerto-Rico (4 Stück), Saudi-Arabien (2 Master-Studenten), China (6 Stück), Haiti (2 Stück), Kroatien ( nur einer) und ein Deutscher aus München, der auch ein Fußball-Stipendium bekommen hat. Ich war ziemlich platt, aber wir gingen danach noch in das Haus des anderen Austauschstudenten aus Kaiserslautern und ließen den Abend in Ruhe ausklingen.

 18.08.12

Der erste richtige Tag.

Nunja, ich lebte zur Zeit also in einem leeren Haus und hatte absolut nichts zu essen oder trinken, aber zum Glück wird man hier super versorgt. Nachdem wir unsere Ausweise erhalten hatten, gingen wir in die dortige Mensa.

 Also „Mensa“ muss man sich so vorstellen:

Man checkt am Eingang ein und danach hat man All You Can Eat und zwar von allem. Es ist vergleichbar mit einem Hotel und den verschiedenen Buffets. Es war echt faszinierend, vor allem weil auch teilweise auf persönlichen Wunsch gekocht wurde. Definitiv ein super System.

Wir bekamen eine Campus-Tour und danach fuhr man uns zum Einkaufen (wir waren 3 Stunden in dem Laden, bevor wir alles hatten, was wir brauchten).

 Generell kann man sagen, dass die Leute alle super nett sind und man hat (natürlich) als Austauschstudent einen besonderen Status hier, also bisher ist alles super, sogar das Wetter ;)

Noch zu erwähnen wäre, dass wir am Abend noch in ein „Fun-Land“ fuhren, wo ich das erste mal Laser-Tag spielte und mit Go-Karts fuhr. Achso ja, alles was wir hier an Programm machen, bezahlt die Universität, also jeden Ausflug, jedes Essen wurde bisher für mich bezahlt. Man wird hier definitiv besser versorgt und unterstützt als an einer deutschen Universität.

 Mit dem Kerl aus Kroatien und den zwei aus Saudi-Arabien verstehe ich mich bisher ziemlich gut und bin mal gespannt wie meine Mitbewohner sein werden.

 Danach gingen wir noch auf einen „Absacker“ in ein anderes Haus, wo man uns Deutsche bei diversen Trinkspielen herausforderte. Pech für die Herausforderer, so viel kann ich sicher sagen :D

 Das Problem ist, dass im Haus wohl bis Montag immer noch kein Internet sein wird, weshalb dies wieder ein langer Kommentar auf einen Schlag sein wird.

 19.08.2012

Früh morgens ging es direkt schon wieder weiter mit einer Bootstour auf dem Mississippi. Es gab aber eigentlich gar nichts zu sehen dabei, wir fuhren lediglich von einem Ankerplatz zum nächsten. Danach gings noch in ein Mexikanisches Restaurant.

 Den besten Teil von gestern, habe ich aber vergessen. Als ich nachts nach Hause kam, war die Haustür nicht abgeschlossen und es lagen ein paar Schuhe im Flur. Im ersten Zimmer auf dem Bett lag einer meiner Mitbewohner ( 1,85 groß, rote Haare, ziemlich weiß) bewusstlos auf seinem Bett. Wie sich dann morgens herausstellte, war er auf einer Party und hat es ordentlich krachen lassen.

 Meine anderen Mitbewohner (insgesamt werd ich 4 Stück haben) kamen auch am Nachmittag. Ich bin zwar der Älteste von allen, aber definitiv der Kleinste, so viel kann ich sicher sagen. Faszinierend ist, dass jeder einen Kühlschrank und einen Fernseher mitgebracht hat, also im Haus befinden sich jetzt 5 Kühlschränke und 4 Fernseher. Einer von denen hat sogar ein Aquarium mitgebracht mit Fischen und Schildkröten, das wird definitiv noch witzig.

 So mit das erste was ich gefragt wurde, ob es okay ist, wenn wir nächste Woche einen „Kegger“ machen. Kegger kommt von Keg = Fass und ist so eine Art Party, wo der Gastgeber ein Fass kauft und man lädt Leute ein, die Becher mitbringen. Also ich denke so langsam wird das ganze interessanter.

 Abends ging ich mit zwei meiner Mitbewohner auf eine Party. Es war so typisch wie man sich das vorstellt: es wurde Beerpong gespielt, Chips gegessen und getrunken. Am Ende des Abends musste ich schließlich beide (!) Mitbewohner heimtragen, sie vertragen hier halt nicht so viel wie in Deutschland. Ich hatte aber definitiv meinen Spass :D

 20.08.12

Da im Moment noch keine Kurse sind, passiert hier tagsüber nicht sehr viel. Wir haben größtenteils nur Sachen im Haus in Ordnung gebracht, eingekauft und ich war zwischendurch noch mit den anderen internationalen Studenten in irgendso eine alte Stadt gefahren und haben uns dort bisschen umgeschaut.

 Abends sind dann noch ein paar Leute zu uns ins Haus gekommen und wir hatten noch einen gechillten Abend. Habe meinen Stundenplan bekommen und der ist auch eigentlich ganz okay, habe aber keinen freien Tag. Dafür bin ich (fast) immer vor 15 Uhr fertig. Bin zufrieden.

 21.08.12

Heute räumten wir die Wohnung ein bisschen auf und stellten alle Fernseher und Stereoanlagen auf. Vor allem aber mussten wir alle Töpfe und Küchengeräte mal sicher verstauen, das war das größte Problem. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist die „offene Tür“-Philosophie hier. Es kommen ziemlich viele Leute tagsüber vorbei und deswegen sperrt man hier die Haustür in der Regel nicht ab, da muss ich mich erstmal dran gewöhnen. Morgen geht es dann so richtig los und dann werd ich auch mehr zu tun haben. Im Moment hab ich quasi nichts zu tun und bin deswegen oft im Fitnessstudio anzutreffen.

 Das Leben hier ist komplett anders als in Deutschland. Hier ist alles viel lockerer und man kann bei jedem zu jeder Zeit vorbeischauen und alles ist gechillt. Soweit ist das echt amok.

Hab zwar ein paar Bilder gemacht, aber die sollte man nicht unbedingt ins Internet stellenZwinkernd

Einer meiner Mitbewohner hat sich einfach mal so eine Schlange gekauft, mit der werd ich noch Spass haben.

Bin gespannt und freu mich ehrlich gesagt auch auf die VorlesungenZunge raus

Baltimore, Maryland

17Aug2012

Die letzten zwei Tage habe ich in Baltimore, Maryland verbracht. Baltimore ist mit ca 450 000 Einwohnern die größte Stadt in dem Bundesstaat, aber nicht die Hauptstadt.

Im Gegensatz zu meiner vorherigen Unterkunft, hatte ich hier ein eigenes Zimmer mit riesigem Bett.

 

An meinem Anreise-Tag ging nix mehr. Da war ich einfach zu fertig und ging abends früh ins Bett.

Am nächsten Morgen bekam ich dann hausgemachtes Frühstück und war somit fit für den Tag. Nachdem ich meinen eigenen Haustürschlüssel erhalten hatte, ging es dann ab zur "light rail". Das ist so ne Mischung aus Metro und Zug, die mich nach Baltimore Downtown bringen sollte.

Nach einer 20 Minuten Fahrt, die mich lediglich 1,70 $ kostete, war ich also mitten in Baltimore. Der Fehler in der Matrix: Ich hatte keine Karte und wusste absolut nicht wo ich bin. Nun folgte ich also einfach wieder dem Menschen Strom, bis ich ein Schild mit "Inner Harbor" sah. Laut Internet war dies der Ort, wo sich alles abspielte.

Am ersten Tag hatte ich absolut keinen Bock mir wieder irgendwelche Denkmäler etc. anzuschauen, weswegen ich ein bisschen rumlief und mir dann ein Ticket für eine Speedboat-Tour kaufte. Bis diese anfing, hatte ich noch ein wenig Zeit und ich machte (mehr oder weniger weil ich nichts zu tun hatte) Bilder.

Fand sogar noch Zeit, einen kleinen Hügel zu besteigen

Die Speedboat-Tour war echt lustig. Man bekam Informationen über die Sachen am Hafen und der Kerl machte die ganze Zeit auch noch (schlechte) Witze, war echt super unterhaltsam. Als wir dann aus dem Hafen rausfuhren, sind wir dann 20 Minuten übers Wasser gefetzt und wieder zurück. Einzig interessante Information: Michael Phelps ist aus Baltimore.

Danach ging noch ausgiebig in einer Sportsbar essen und schaute abwechselnd Baseball und Football auf diversen Flachbild-Fernsehern.

Das wars auch schon fast. War echt nicht motiviert (hatte trotz großem Bett nicht gut gepennt) und es war auch irgendwie dunkel, sehr viele dichte Wolken am Himmel. Kam noch durch ein Viertel, welches "Little Italy" hieß, aber dort waren überwiegend Restaurants Lachend

Ich trat die Heimreise an und genoss meinen vorletzten ruhigen Tag Urlaub zu Hause.

Am nächsten Tag gings mir super gut und ich hatte mir vorgenommen nochmal nach Downtown zu fahren und in das "National Aquarium" zu gehen. Dieses soll angeblich super toll sein. Das Wetter war besser und ich motivierter. Außerdem gab es morgens direkt erfreuliche Nachrichten bzgl. meines Stipendium, ein guter Start in den Tag ist viel Wert.

Bei Sonnenschein tümmelten sich hier mehr Leute rum und es gab noch bisschen mehr zu sehen.

(Hier gibts auch viele solcher T-Shirts:

)

Ging erstmal Mittagessen um gestärkt zu sein

und dann ging es auch schon weiter im Aquarium, wo ich ohne es zu merken, zwei Stunden verbrachte.

Es gab sogar eine Delphin-Show. Bilder waren leider nicht zu machen, die Tiere sind echt super schnell, aber hab ab und an versucht ein Video zu machen. Leider hab ich kein Video, auf dem sie hoch aus dem Wasser gesprungen sind, aber immerhin.

Videos muss ich (leider) bei youtube hochladen und dann den Link hier einstellen. Aber wer den Weg hier hin gefunden hat, wird auch mit youtube klarkommen Zwinkernd

 

Die Videos sind noch in der Verarbeitung. Kann ein paar Stunden dauern, bis die Links funktionieren.

Im Großen und Ganzen hat sich das Aquarium schon gelohnt, obwohl es mit 30$ Eintritt pro Erwachsenen schon einen stolzen Preis hat.

 

Danach genoss ich einfach nur noch ein bisschen das gute Wetter und die Umgebung

bevor mich dann um 16:00 Uhr auf den Heimweg machte. Musste ja noch packen und einchecken, wollte den Abend in meiner ruhigen Nachbarschaft

gemütlich ausklingen lassen.

 

Ab Morgen ist es soweit. Dann bin ich endlich an der UNI!!!!!!!!!!!!!!

Von Washington DC nach Baltimore

16Aug2012

Von Washington, DC kam ich super günstig (6 $) nach Baltimore und das ganze hat zusätzlich nur 30 Minuten gedauert.

Genauer gesagt bin ich am Baltimore-Washington (BWI) Flughafen ausgestiegen und wurde dort abgeholt.

Ich wohne jetzt in einer gemütlichen und ruhigen Nachbarschaft, habe mein eigenes Zimmer mit Doppelbett und bekomme jeden Morgen Frühstück gemacht. Fast wie zu hause Lachend

War heute schon in Downtown Baltimore und gehe dort auch bestimmt wieder tagsüber hin, aber schreibe dafür einen eigenen Eintrag dann mit Bildern kurz vor meiner Abreise. (Keine Angst, nicht so ausführlich wie der über Washington, hier gibts bedeutend wenigerÜberrascht)

Ich wurde oft gefragt, wieso ich so viel schreibe. Ist eigentlich ziemlich einfach:

Bis Freitag bin ich noch alleine unterwegs und kann machen was ich will. Dabei entsteht nunmal abends viel freie Zeit, die ich für die Schreiberei nutzen kann. Ab Freitag bin ich dann endlich am College und dann werden die Einträge auch spannender / lustiger / interessanter Zwinkernd

 

PS: Allgemeine Informationen über das Land und die Umgebung setze ich ab sofort in Klammern. Wer also nur "lustige Stories" lesen will, kann die Textstellen dann überspringen.

 

(Wer wissen will, wo genau ich eigentlich immer wohne, dem kann ich das gerne kurz erklären. Über eine Seite namens www.airbnb.com kann man Zimmer in Wohnungen von Privatpersonen mieten. Wenn man alleine reist hat man nämlich in den USA das Problem, dass es so etwas wie ein Einzelzimmer nur selten gibt. Meistens bezahlt man einfach ein Doppelzimmer für zwei Personen, was natürlich super teuer ist. In Washington habe ich bei einem 30 Jahre alten Lobbyisten auf der Couch gepennt. Da dieser jeden Tag 10 Stunden gearbeitet hat, hatte ich eine Wohnung ganz für mich alleine. Zur Zeit lebe ich bei einem älteren Ehepaar, welches sich so noch etwas dazu verdienen will. Am Anfang war ich auch skeptisch, da man ja viel Schauermärchen über solche Dinge liest, aber ich kann nur sagen, dass es sich für mich auf jeden Fall gelohnt hat. Man lernt direkt Leute kennen, ist direkt in der Sprache drin und hat natürlich direkt einen Ansprechpartner für alles. Wer sich das Haus bei GoogleMaps anschauen will: Charles Road, Linthicum Heights, MD, United States)

Washington, DC (District of Columbia)

14Aug2012

Auslandssemester in den USA

 

Vorwort:

Vielleicht liest das hier auch der ein oder andere, der selbst mal nach Amerika möchte und deswegen werd ich ab und zu auch ein paar Sachen erwähnen, die mir hier so aufgefallen sind und bei denen es vielleicht nicht schlecht ist, wenn man sie weiß.

 

9.08.12: Anreise

Meine Eltern haben mich an den Flughafen nach Frankfurt gefahren. Los ging es morgens um 7 Uhr, obwohl der Flieger erst um 11:45 startete. In Frankfurt angekommen, hatten wir zuerst mal im falschen Parkhaus geparkt und mussten letztendlich nochmal umparken. Die Krönung bei dieser Aktion war, dass mein Koffer-Griff kaputt ging und dieser sich nun nicht mehr ziehen lies. Super Start!

Notgedrungene Koffer-Reparatur 

Naja ok, es kann ja nicht alles klappen. Am Flughafen angekommen, hab ich den passenden Terminal und Gate recht schnell gefunden, nur man musste ewig anstehen, bis man das Gepäck abgeben konnte. Als ich damit fertig war, blieb bis zum Abflug nur noch ca 1 Stunde und ich wollte noch zum Zoll, mir bescheinigen lassen, was ich alles an elektronischen Geräten dabei habe. Dieser Versuch kostete mich weitere 20 Minuten und führte erstmal zu nichts, da sich dafür niemand zuständig fühlte und so ging ich dann durch die Passkontrolle. Diese war aber abgesperrt gewesen und 2 US Marshalls liefen dort umher und telefonierten mit ihren Handys. Gesehen hab ich jetzt nichts, keine Ahnung was dann war aber ja ok. Nach innigem Abschied von meinen Eltern ging ich durch die Passkontrolle und fand tatsächlich noch einen Zollbeamten, der sich für solche „Nämlichkeitsbescheinigungen“ zuständig fühlte. Wie sich herausstellte, hatte ich mir die ganze Mühe umsonst gemacht, denn solche Bescheinigungen bekommt man nur, wenn man die Rechnungen für die Geräte dabei hat bzw wenn man die Rechnungen sowieso dabei hat, brauch man keine Bescheinigungen, Danke Zoll-Service-Hotline.

Das Boarden ging dann ziemlich flott, da ich auch mittlerweile ziemlich spät dran war und im Flugzeug angekommen, saß ich in der vorletzten Reihe im mittleren Sitzbereich links (43D). Um mich herum saßen nur junge Leute, die entweder auch ein Austauschprogramm in den USA machen, bzw. Amerikaner, die bereits ein Austauschprogramm in Europa gemacht hatten. Service von Condor war ganz in Ordnung, aber absolut nichts im Vergleich zu Lufthansa. Die 8,5 Stunden Flug gingen dennoch schnell herum und ich hatte sogar 30 min geschlafen zwischendurch; fühlte mich fit. Da ich ganz hinten im Flieger saß und es nur vorne eine Treppe gab, kam ich als Fast-Letzter aus dem Flugzeug und stand dementsprechend auch nochmal eine Gute Zeit, bis ich endlich vor dem „Customs and Border Protection“ Officer stand und dieser überraschend schnell mein Visum absegnete.

Mein Gepäck war auch direkt da, denn es muss wohl schon 30 mal auf dem Gepäckband rumgefahren sein. Hinter mir in der Schlange standen nur Leute in meinem Alter, die alle nach New York mit dem Bus weiter reisen wollten und deswegen erstmal nach Washington DC fahren mussten, um dort den „Megabus“ zu bekommen. Für sie ging es dann weiter nach NYC, die Busfahrt soll zwischen 3-8 Stunden dauern, herzlichen Glückwunsch. Aber immerhin kostete das wohl nur 20 $ pro Person. Ich schloss mich ihnen an und mit unseren kostenlosen Tickets, die wir im Flugzeug erhalten hatten, konnten wir sogar mit dem „MARC“-Train direkt in die Innenstadt fahren. Über den Zug an sich, kann man nichts sagen, fand es sogar bequemer als in Deutschland. Der Schaffner in diesem Zug sah aus wie ein Ex-Bodybuilder und hatte eine grimmigen Blick drauf. Nachdem wir uns alle ein wenig ausgetauscht hatten, trennten sich unsere Wege und nur eine Studentin aus Freiburg wohnte auch in meinem Viertel und wir suchten uns dann auf einem Metro-Plan die richtige Verbindung heraus. Der Plan an sich war relativ einfach zu lesen und wer schonmal in Berlin war, lacht sogar über diesen Plan.

Metro-Plan Washington DC

Die Ticket-Automaten brachten auf den ersten Blick lediglich nur Verwirrung, weswegen wir uns durchfragen mussten. Ein netter Spanier, der anscheinend ein Sandwich-Imperium in DC aufbauen wollte, half uns die Tickets zu kaufen. An der Station „Columbia Heights“ stiegen wir aus und unsere Wege trennten sich dort nun endgültig.

Das Apartment, in dem ich untergekommen bin, hab ich auch auf Anhieb gefunden, danke hierfür an GoogleMaps. Der Typ, der mir seine Couch zur Verfügung stellt, ist super nett und hat vor der Haustür auf mich gewartet, weil das Haus mehrere Wohnungen hatte.

Unterkunft in DC

Es war eine Kellerwohnung und bestand aus 2 Zimmern, Küche, Bad. Wieso ich mir kein Hotel geholt habe? Die Übernachtung hier kostet mich 30€ und im Hotel hätte ich 80€ bezahlt. Ein Hostel wäre genauso teuer gewesen, nur dass ich mir dort ein Zimmer mit 5 anderen Leute hätten teilen müssen. Das hier war auf jeden Fall die bessere Wahl.

Sehr viel mehr war an dem Abend nicht mehr mit mir anzufangen. Ich stellte noch mein Zeug ab, duschte und ging noch kurz ins Starbucks, weil das WLAN in der Wohnung kaputt war und ich noch online gehen wollte. Auf dem Rückweg noch schnell was eingekauft fürs Frühstück und dann lag ich um 22 Uhr auf meiner bequemen Couch.

Alles richtig gemacht bisher!

 

10.08.12:

Nach Problemen beim Einschlafen, konnte ich aber dann doch 8,5 Stunden pennen und fühlte mich morgens um 07:30 doch recht fit. Nach ein paar Serien auf dem Ipad und typisch amerikanischem Bagel-Frühstück, zeigte mir mein Gastgeber einen Coffee-Shop, nicht weit entfernt von der Wohnung, wo man ins Internet kann und gleichzeitig in einem bequemen Sessel sitzt. Es muss erwähnt werden, dass es brutal schwül war und auch noch regnete wie verrückt. Dort war ich über eine Stunde, weil ich sowohl skypte, meinen ersten Facebook-Post bzgl. Auslandssemester machte und mich über Sehenswürdigkeiten in DC erkundigte. Man findet viele Seiten, wo man sich genaueres über die einzelnen Sehenswürdigkeiten durchlesen kann, aber letzten Endes ist es nur wichtig zu wissen, dass diese sich alle im Süd-Westen vom Zentrum befinden und man auch nach „Federal Triangle“ oder „National Mall“ suchen kann. Dort liegen alle Sehenswürdigkeiten ziemlich nah beieinander, nachlesen kann man das auf www.washington.org . Nachdem ich mich erfolgreich wieder vom Internet losreißen konnte, ging ich ins Apartment zurück, legte mein Ipad ab und nahm mir noch ne Flasche Wasser mit. Mittlerweile hatte es endlich mal aufgehört zu regnen, aber ich nahm meine Jacke trotzdem mit und ließ meine Sonnenbrille zu hause, ich Narr.

Es war erst 11:00 Uhr morgens und noch vor dem Mittagessen aufzubrechen, schien mir als nicht sinnvoll und so bummelte ich durch die Shopping Mall hier in Columbia Heights. Von den Preisen ist es hier sogar etwas teurer als in Deutschland; vor allem stehen überall die Netto-Preise dran, d.h. an der Kasse kann man leicht sein blaues Wunder erleben.#8 Bei normalen Sachen kommen hier noch 6%, bei Essen&Trinken 10% und bei Hotels 14,5% Mehrwertsteuer hinzu. Dies variiert je nach Bundesstaat)

Es gibt sogar Extra-Abteilungen für College-Studenten, die dort „das Nötigste“ kaufen können.

Faszinierend istauch, dass jeder Laden am Ausgang einen Security-Beauftragten hat, die alle „Store-Officer“, „Protection-Officer“, „Control-Officer“,...etc heißen.

Irgendwie schlug ich die Zeit tot und ging danach ins Ihop, ein schlichtes amerikanisches (Fast-Food) Restaurant, in dem man wirklich preiswert essen kann. Diesen Laden kannte ich bereits, denn auch auf meinem letzten Trip durch die USA, habe ich schon einmal dort gegessen. Zum Einen war der Laden ziemlich voll, zum Anderen kann man sich in den USA nicht einfach an einen Tisch setzen, sondern man wird von einem Kellner an einen Tisch gebracht. So etwas kennt man in Deutschland ja eher nur aus gehobeneren Etablissements. Wenn man so alleine an einem Tisch sitzt wird einem ja schnell langweilig aber im Fernsehen lief ein Baseball-Spiel der "Little League". Das ist die Profi-Liga der 12-Jährigen. Wieso so etwas im Fernsehen kommt? Wahrscheinlich weil es 30 verschiedene Sport-Kanäle gibt und sie ihr Programm irgendwie voll bekommen müssen. Aber danach machte ich mich dann frisch gestärkt mit der Metro ab in Richtung „Metro Center“, was so ziemlich eine der größten Stationen in der Innenstadt ist. Ehrlich gesagt hatte ich noch keinen Plan, wo genau ich jetzt hinwollte und ich hatte vor allem keine Karte oder sonstiges zur Hand. Nach ca. 50m an der Oberfläche fing es auch wieder an zu regnen. Ich drehte mich zur Seite und dort war zum Glück ein Starbucks. In einer amerikanischen Großstadt kann man sich darauf verlassen, dass es im Abstand von 200m einen Starbucks Shop gibt.

Am Straßenrand stehen auch Zeitungskästen und einer davon hatte kostenlose Karten von der Umgebung und somit war der Tag gerettet. Hier arbeiten auch viele Leute in der Umgebung, weswegen während der Mittagszeit auch Imbiss-Stände ihre Pforten öffnen.

Imbiss-Läden und Zeitschriften

Beim Regen handelte es sich wohl um einen kurzen Schauer und ich lief erstmal heiter und fröhlich gerade aus, bis ich dann bei der „National Bank of Washington“ ankam, wo ich mich dazu aufraffen konnte, mein erstes Bild zu machen. Direkt gegenüber befanden sich das "Department of Treasury" und die "PNC Bank". Die Häuser waren in einem eher altertümlichen Stil.

National Bank

Department of Treasury

Einfach weiter gerade aus laufend, stand ich plötzlich vorm weißen Haus, ohne dass ich es bemerkt hatte, denn es sah irgendwie anders aus als man es aus dem Fernsehen kennt.

The White House

Es war natürlich viel Betrieb hier. Vor dem Gebäude war ein kleiner Park, in dem noch ein paar Skulpturen Standen, aber an sich war der Park für amerikanische Verhältnisse nicht gerade groß.

Da ich echt keine Ahnung hatte, wo ich gerade war, schaute ich mir den Plan mal genauer an und stellte fest, dass ich auf der falschen Seite des weißen Hauses war und machte mich auf den Weg. Unmittelbar neben dem weißen Haus war noch ein Gebäude, welches ich aber noch nie gesehen hatte.

Eisenhower Building Straße zwischen Weißem Haus und Park

Das Wetter war sehr komisch: es wechselte von bewölkt/windig auf windstill/sonnig im 5-Minuten Takt. Auf der Karte sah das alles ziemlich nah aus, aber wenn man es zu Fuß abgeht, kann es sich ganz schön ziehen, aber schließlich kam ich dann auch noch an einer riesigen Grünfläche an, die die Vorderseite des weißen Hauses darstellte. Hier war auch die Polizei-Präsenz dementsprechend größer und man durfte nur von einer ziemlich weiten Entfernung Bilder machen.

Ansonsten war die Stimmung aber locker: auf der Grünfläche wurde Fussball gespielt und hier liefen ein Haufen Gänse rum. Absolut keine Ahnung wieso.

Man sah von hier aus auch schon das „Washington Monument“, ein riesiger Obelisk und eines der Wahrzeichen der Stadt.

Washington Monument

Dieser war sogar schon für Besucher zugelassen und man konnte dort wie in einem Turm hinauf gehen, aber seit einem Erdbeben ist dies leider verboten worden, sonst hätte man einen geilen Blick über die ganze Stadt gehabt.

Dieser Obelisk soll die größte, frei stehende Steinskulptur der Welt sein.

Steht man nun vor dem Obelisk, so ist man in der Mitte der „National Mall“ und hat die Qual der Wahl: links ist das Capitol, der Supreme Court und die National Art Gallery – rechts das Lincoln Memorial, 2. Weltkrieg Denkmal und das Denkmal für die gefallenen Soldaten von Vietnam.

Generell standen hier auch immer wieder kleinere „Denkmäler“ im Gras herum.

Was ich nicht gedacht hätte, dass jeder einfach so über jede Grünfläche laufen kann, ohne dass es jemanden interessiert oder jemand was sagt. Auch waren hier die männlichen Jogger überwiegend "Oben-Ohne" unterwegs.

Ich bog rechts ab und schaute mir somit zuerst das „World War II Memorial“ an, welches erst in 2004 im Auftrag von George W. Bush errichtet wurde.

Es war ein Denkmal zur Ehrung der Streitkräfte des Landes, ein Zeichen des Triumphs und Erinnerung an die gefallenen Soldaten.

Von dort aus war das „Lincoln Memorial“ so nah und doch so fern. Ich folgte einfach einer riesigen Pilger-Gruppe, die anscheinend alle dort hingingen. Der Weg zog sich und zum Glück gab es unterwegs auch eine öffentliche Toilette, von der ich guten Gewissens sagen kann: die war echt sauber, Respekt! Es war nicht unerträglich heiß, aber es war extrem schwül. Deswegen war ich auch wirklich froh, dass immer wieder Leute am Wegrand standen und aus Kühlboxen Getränke verkauften, sonst wäre man echt eingegangen. Das Gebäude an sich war nicht unbedingt prunkvoll, jedoch bevor man hineingehen konnte, musste man erst einmal noch ca 50 Stufen hochgehen.

Ich machte erstmal eine kleine Auszeit und genoss die Aussicht in Richtung Obelisk.

Da sieht man vielleicht erstmal wie weit es wirklich war. Die Lincoln Statue sah aus wie neu und es waren super viele Touristen hier, die Bilder machten.

Auffällig war: es waren überwiegend US-Bürger, die ihre Hauptstadt besichtigten und man erkannte sie immer sofort an ihren Tshirts. Entweder stand ihr College/Uni drauf, ihr Bundesstaat oder ihr bevorzugter Sport-Club.

Unmittelbar nebendran war ein kleiner Park. Wie überall waren auch hier Tausende von Eichhörnchen anzutreffen und die Leute versuchten sie zu füttern. Denke aber die haben Tollwut, ich machte einen Bogen im die Dinger.

Man sah es zuerst nicht so einfach von weitem, aber man musste immer nur dem Menschen-Strom folgen um ans Ziel zu kommen. Das „Denkmal“ für die Gefallenen Soldaten von Vietnam ist eine schwarze Wand (denke mal Marmor), in die alle Namen eingraviert sind.

Vereinzelt standen auf dem Weg dorthin auch noch Skulpturen, ebenfalls bezüglich des Vietnam Krieges.

 

Ich war jetzt drei Stunden unterwegs und war viel gelaufen, aber man kann hier alles locker zu Fuß erreichen. Man sollte sich lediglich einen Plan besorgen und ausreichend Verpflegung mitnehmen, dann läuft das. Für Heute war mir das genug und ich machte mich auf den Weg zurück. Was wieder eine Stunde dauerte. Auf dem Weg zur U-Bahn Station machte ich noch in einem AT&T Laden halt und besorgte mir eine amerikanische Sim-Karte für mein Handy. Für die Sim-Karte habe ich nichts bezahlt, sondern lediglich für die 10$ Prepaid-Guthaben. Zu beachten ist, dass man auch für eingehende SMS bezahlt und das Guthaben innerhalb von 30 Tagen verfällt. Ladet man über 25$, so hält es 3 Monate. Über 100$, dann für ein ganzes Jahr. Der Mitarbeiter mit dem Namen „Sunny“ war ein indischer US-Bürger und war sehr freundlich und hilfsbereit.

Wieder zu Hause angekommen, überlegte ich, was der Tag noch bringen wird. Lange Rede, kurzer Sinn: ich war einfach zu fertig, um noch irgendwas zu machen und ging trotz Freitag-Abend früh ins Bett.

 

11.08.12

Super ausgeruht nach 9 Stunden Schlaf stand ich um 7:15 Uhr auf und hatte zum Glück auch keinen Muskelkater. Gut in Form zu sein lohnt sich also auch für Städte-Reisen! Ich hatte es nicht eilig, da ich hier in der Gegend Mittagessen wollte und mir noch vorher im Internet die neusten Updates holen wollte. So fing der Morgen mit lockerem Frühstück und dem Film „The Avengers“ an. Aber um 9 Uhr machte ich mich dann doch auf in den Coffee-Shop und stellte sogar noch eine Liste mit Dingen auf, die ich hier noch besichtigen will.

Ich fand im Internet noch:

Arlington Cemetery

Library of Congress

Supreme Court

National Zoo

Jefferson Memorial

Capitol

National Gallery of Art.

Bis auf National Zoo und Arlington Cemetery lagen die Sachen auch alle wieder bei der „National Mall“ nur muss man lediglich vor dem „Washington Monument“ links abbiegen.

Eigentlich sollte das Pentagon auch noch auf der Liste stehen, aber wie ich dann im Internet herausgefunden habe, muss man sich für die dortige Tour 8-90 Tage vorher anmelden und wenn man kein US-Bürger ist, muss man die zuständige Botschaft hier in Washington kontaktieren. Die Botschaft checkt dich dann durch und gibt dann dem Pentagon durch, dass du sauber bist. Pentagon fiel also für mich „spontanen“ Tourist also flach und es lohnt sich ja auch nicht wirklich, wenn man es sich von weitem anschaut, schon gar nicht, weil es ein bisschen außerhalb ist.

Im Gegensatz zu gestern war es Heute heiß und sonnig und so fiel mir die Wahl leicht: kurze Hose, weißes T-Shirt, Sonnenbrille und eine Einkaufstüte mit 3 Flaschen Wasser. Das sollte reichen.

Mittagessen war ich in einem kleinen Laden, der „Five Fingers“ hieß und Burger und Pommes servierte. Das Konzept war ähnlich wie im In-N-Out in Californian, wer vielleicht kennt. Man hatte die Auswahl zwischen 4 Burgern: Hamburger, Cheesebuger, Hamburger with Bacon, Cheeseburger with Bacon. Man konnte sich auf seinen Burger dann beliebig viele Sachen draufmachen lassen. Ich wählte nur 5, sonst hätte man den unmöglich noch essen können. Pommes bestellte ich mir auch noch hinzu und wunderte mich zuerst, wieso diese so teuer waren, aber das fand ich dann bald heraus. Man bezahlt und bekommt eine Rechnung mit einer Nummer, sucht sich einen Platz und wenn das Essen fertig ist, wird die Nummer ausgerufen, ganz easy. So ist das hier fast in jedem Fast-Food Laden. Ich bekam einen leeren Becher (denn Getränke kann man sich grundsätzlich immer so viel nachfüllen wie man will und fast jeder Laden hat Automaten dafür. In Laden ohne Automaten füllen die Bedienungen Soft-Drinks wie Cola auch umsonst nach) und eine Tüte, wie man sie bei uns im McDonalds auch kennt. Die Tüte war ungelogen randvoll mit Pommes. Aber wo war mein Burger? Ganz am Boden wie sich rausstellte und ich bahnte mir einen Weg durch die Unmengen an Pommes. Hat super geschmeckt und ich war satt, hell yeah!

Weiter gings also mit der Touri-Tour. Wieder an der Metro-Station angekommen, hatte ich folgendes Problem: mein Plan liegt im Zimmer. Keine Ahnung mehr, wo genau ich den gestern herbekam, aber ich machte mich dann einfach so auf den weg (ich hab ja Zeit). Den Massen folgen war nicht drin, weil hier hunderte von Leuten permanent in alle Richtungen liefen, aber ich sah die Spitze des Capitols und somit war alles klar.

Dabei kam ich an dem "Old Post Office"

und der "Federal Triangle"-Station vorbei.

Im Prinzip ist diese „National Mall“ ja nichts anderes, als eine kreuzförmige Grünanlage, an deren Rändern alle Sehenswürdigkeiten stehen. So muss man als Tourist einfach nur eine Große Wiese finden und dann kann man also nichts falsch machen. Es werden hier auch viele Touren per Bus, Fahrrad oder sogar Segway angeboten.

An der „Wiese“ angekommen, bog ich in Richtung Capitol ab und kam unter anderem an der National Gallery of Art, einem Skulpturen-Garten und haufenweise Behördengebäuden vorbei.

Auf der anderen Seite der Wiese waren die Museen angesiedelt, aber ich musste mich nunmal für eine Seite entscheiden. Hier wurde auch im Gegensatz zu der anderen Seite sehr viel gebaut und riesige Bagger fuhren überall herum, es gibt wohl bald ein neues Gebäude, von dem man dann ein Bild machen kann. Ich lief nur gerade aus und das auch schon wieder über 60 Minuten, die Entfernungen hier unterschätzt man sehr leicht!

Naja ok, die Sonne schien und ich hatte ausreichend Wasser dabei, kein Grund sich zu beschweren. Hier war allerdings keine öffentliche Toilette, aber ziemlich viele Menschen, wo gehen die denn im Notfall hin? Konnte das Rätsel noch nicht lösen, werd ich auch vielleicht nie, aber wer weiß.

Vor dem Capitol ist auch noch ein kleiner, rechteckiger Weiher angesiedelt, auf dem Enten schwimmen.

Hier sah ich weit und breit (ausnahmsweise) keinen einzigen Polizisten rumhängen und sicherlich könnte man sich vor dem Capitol in Washington DC, wo der Senat und die Regierung der Vereinigten Staaten tagt, vieles Fragen. Aber das einzige, was mir durch den Kopf ging war: Wenn ich meinen leeren Becher jetzt in das Becken werfe, wie lange dauert es bis ich gefesselt auf dem Boden liege. Keine Angst, habs nicht darauf ankommen lassen, aber interessieren tut mich das immer noch. Die Vorderseite des Gebäudes war gut besucht,

aber auf der Rückseite war es schon wesentlich weniger.

Vor dem Supreme Court (Bundesverfassungsgericht) war dann schließlich gar kein Tourist mehr, aber dieses Gebäude war auch umringt von Gerüsten, da es wohl gerade renoviert wird.

Mein Pensum für diesen Tag war erfüllt und ich lief noch in einen kleineren Park und ruhte mich etwas auf einer Parkbank auf, ehe ich mich zur nächstgelegenen Metro-Station aufmachte.

Manche Reiseführer haben die „Union Station“ auch als eine Sehenswürdigkeit angegeben, da sie ziemlich groß und prunkvoll ist.

Im Endeffekt sind im Inneren aber nur Geschäfte zum einkaufen und es ist ein Knotenpunkt für Bus, Metro und Bahn. Ich verbrachte dort über eine Stunde, weil es dort überall kostenloses WLAN gab und holte mir im McDonalds eine großen Iced-Coffee mit Hazelnuss Flavour. Hatte beim bestellen wohl vergessen, dass ich in den USA bin, denn „groß“ ist hier 1,0 liter. Naja ok, was solls.

Falls sich jemand fragt, wieso das mit dem WLAN hier überall so ist und wieso man in jedem Laden Internet hat: So etwas wie eine 3G-Internet Flatrate, wie sie bei uns jeder hat, gibt es hier nicht. Will man so etwas haben, so bezahlt man 65$ im Monat und das ist dann wirklich nur Internet und man hat weder SMS noch Telefonieren im Preis mit drin. Als ich abreiste, gab es in Deutschland die All-Net Flatrates mit Internet für 19,90€ ohne Vertragsbindung, also da haben wir es auf jeden Fall billiger. Immerhin ist die Iphone-Dichte hier super hoch. Die Krönung war aber, dass meine neue Sim-Karte nach 3 Stunden in Benutzung nicht mehr funktionierte.

Wie ich dann herausfand war die „Union Station“ die Station, an der ich am Donnerstag aus dem Zug bestiegen bin und mein erstes Metro-Ticket gekauft habe. Gemütlich fuhr ich also wieder in mein gewohntes Viertel, wo ich mir noch einen Stecker-Adapter kaufen wollte, da mein Laptop Ladegerät mit meinem nicht kompatibel war (zu kompliziert zum erklären). Fazit der Shopping-Tour im überfüllten Kaufhaus am Samstag-Nachmittag war: Kein Stecker unter 40$. Die logische Konsequenz war nun, dass ich dann erst versuche meinen Stecker zum Laufen zu bringen.

Der Plan wurde allerdings erstmal zerschlagen, da mein Gastgeber mir von einer Bar erzählte, die ich gesehen haben sollte und so machte ich mich um 21 Uhr auf den Weg dorthin.

Dort war noch nichts los, aber so gegen 23 Uhr sollte der Laden gefüllt sein. Also machte ich das einzig logische in dieser Situation und ging in den Supermarkt 2 Blocks entfernt und kaufte mir Bier. Um 23 Uhr ging ich also wieder in den Laden zurück und es war tatsächlich ziemlich voll. Der Laden hieß übrigens „Wonderland“ und war hier anscheinend sehr bekannt. Ich traf dort viele nette Leute und habe viele unbekannte Getränke getrunken, aber war ein guter Abend gewesen.

So fand ich z.b. heraus, dass es eine sogenannte „Ivy League“ gibt, in der die 8 besten Universitäten der Ostküste aufgelistet sind und dass ein Bachelor-Studium an einer Elite-Uni wie Princeton 188.000$ kostet (so ein Studium dauert hier 8 Semester = 4 Jahre). Also nicht nur, dass man in diese Elite-Unis schwer reinkommt, man bezahlt sich dann auch noch ganz schön einen ab. Wie die sich das hier leisten? Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder deine Eltern sparen für dich von Geburt an bzw. du stammst aus reichem Hause oder du nimmst dir einen Studienkredit und bezahlst dann nach deinem Studium 20 Jahre einen Kredit zurück. Will man noch einen Master-Abschluss dranhängen, so kostet das ungefähr nochmal so viel. Um 1:00 Uhr war ich dann aber auch schon wieder zu Hause, denn den ganzen Tag herumlaufen macht einen schon platt.

 

12.08.12

Ich wurde erst so gegen 12:30 wach und kam recht langsam in die Gänge. Nach einer ausgiebigen Dusche mache ich mich auf die Nahrungssuche.

Da es mir in dem Laden von gestern gut geschmeckt hatte, ging ich dort wieder hin und sah dann, dass der Laden „Five Guys“ hieß und nicht „Five Fingers“. Als ich dort aufbrach war es bereits 14:00 Uhr. Heute wollte ich mir den „Arlington National Cemetery“, den bekanntesten amerikanischen Friedhof ansehen. Dieser hatte glücklicherweise eine eigene U-Bahn Station, aber ich bin dennoch fast eine Stunde dorthin gefahren. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass Sonntag war, aber es waren super viele Leute dort vor Ort. Die Stimmung eher etwas depressiv und es war sehr still und ruhig, trotz der vielen Menschen.

Hier ist auch der ehemalige Präsident John F. Kennedy begraben und dieses Grab stellt quasi die „Hauptattraktion“ des Friedhofs dar.

Ich folgte (wie immer) den Menschenmassen und stand somit plötzlich vor dem Grab. Es war anders als erwartet: es war nicht prunkvoll, es war eher schlicht. Der Rest des Friedhofs ist wie im Film. Es sind einheitliche Marmor Grabsteine, auf denen jeweils der Name und die Lebensdaten standen. Anders als bei uns stehen die Grabsteine wie auf einer Wiese und es sieht so aus, als wäre dort gar keiner begraben, sondern es sollte eher eine Art Gedenkstätte sein, so zumindest mein Eindruck. Gelegentlich sah man auch schon Schilder und Tafeln,

die noch weitere Informationen über die Tätigkeit der Menschen gaben. Das Gelände war riesig und mit bloßem Auge gar nicht einzufangen.

In der Nähe war auch noch ein Gebäude, welches die Frauen ehrte, die im Militär waren bzw. dem Militär geholfen haben.

Nach einer geschlagenen Stunde machte ich mich auf den Weg zurück und da das Pentagon nur eine Station weiter war und ich dort sowieso umsteigen musste, wollte ich doch mal einen Blick riskieren. Die Metro Station liegt direkt unter dem Pentagon. Wenn man an die Oberfläche kommt, sieht man erstmal viele Hinweisschilder, dass Bilder und Videoaufnahmen verboten sind und man sich nur in einem bestimmten Korridor bewegen darf. Man durfte so ca 25 Meter weit laufen, aber dann brauchte man schon einen bestimmten Ausweis/Pass um weiter zu dürfen. Die Pentagon-Mauern waren so ca 20 Meter von einem entfernt und durch einen Zaun vom Gehweg getrennt. Wirklich viel machen konnte ich hier also nicht und fuhr wieder nach Hause. Bis ich letztendlich dann wieder in der Wohnung war, war es schon so 18:30 und da ich sowieso noch etwas geschlaucht war, machte ich an dem Abend nichts mehr und schaute mir noch ein paar Serien an und ging früh ins Bett.

 

13.08.12

Ausgeschlafen hatte ich so um 07:30 Uhr und somit brach mein letzter ganzer Tag in DC an. Um 08:00 Uhr informierte mich mein Gastgeber, dass das Internet wieder funktionierte und so loggte ich mich erstmal ein und überlegte mir, wo es mich noch hinzieht. Ich entschied mich für eine lockere Museums-Tour und das Jefferson Memorial, alles sehr nah bei der „The Mall“ gelegen.

Das Jefferson Memorial sieht man zwar schon von weitem, aber es liegt auf der anderen Seite es Sees und ist somit nicht so einfach zu erreichen.

Muss leider gestehen, dass ich mich beim ersten Versuch verlaufen habe, aber im zweiten Anlauf klappte es dann. So um 10:30 Uhr kam ich dann endlich dort an, machte ein paar Bilder und genoss die Aussicht von dort aus.

Hier standen (wie auf dem Arlington Friedhof auch) überall Schilder auf denen man darauf hinwies, dass man leise sein soll und diesen Ort mit Respekt behandeln soll.

Dementsprechend war es trotz vieler Menschen auch ziemlich leise hier gewesen.

Die Sonne schien und es war dementsprechend warm, aber wie immer hatte ich einen kleinen Rucksack mit 2 Litern Wasser eingesteckt, dann kann nichts schief gehen.

Der Weg von diesem Denkmal zu den Museen zog sich mal wieder und es dauerte über eine Stunde, bis ich an dem Museum ankam, in das ich reingehen wollte. Die Sehenswürdigkeit hier sind alle umsonst und man brauch dafür kein Geld einzuplanen. Allerdings muss man am Eingang durch eine Sicherheitskontrolle, weswegen man keine Getränke mitnehmen darf und der Rucksack wird (wie am Flughafen das Handgepäck) durchleuchtet.

Als erstes ging ich ins „National Air and Space Museum“ wo man wirklich alles bezüglich Flugzeuge, Raketen, das Weltall und vieles Mehr sehen konnte.

Es war ein riesiger komplex und auch sehr interaktiv gestaltet, so dass kleinere Kinder mit vielen Sachen dort spielen oder einen Film schauen können. Nach einer geschlagenen Stunde umringt von Flugzeugen und Planeten ging ich ins nächste Museum. „The National Museum of the American Indian“ ist ein Museum, welches sich mit den verschiedenen Stämmen von Indianern beschäftigt, die in den USA gelebt haben und immer noch leben.

In der Eingangshalle wurde man mit Trommeln begrüßt und über 4 Stockwerke, konnte man sich Gegenstände und Statuen von 256 verschiedenen Stämmen anschauen. Im obersten Stockwerk konnte man sich um 30 Minuten Takt auch noch einen Film ansehen, den ich mir natürlich nicht entgehen ließ.

Da ich an diesem Tag schon sehr früh losgezogen war, hatte ich mein Programm erledigt, obwohl es erst 14:30 Uhr war. Aus irgendeinem Grund ging meine Sim-Karte nicht, weswegen ich beschloss noch in den AT&T Laden zu gehen und das checken zu lassen. Dort brauchten die leider ewig, bis sie das Problem gefunden hatten und es stelle sich schließlich heraus, dass ich die eine von 100000 Sim-Karten erwischt hatte, die nicht geht. Anstandslos bekam ich eine neue und es ging wieder.

Von der Metro-Station fuhr ich an die Union Station und informierte mich, wie ich am nächsten Tag wohl wieder an den Flughafen kommen würde, da mich dort mein neuer Gastgeber mit dem Auto abholt. Man konnte mir schnell helfen und so war ich damit auch fertig. Ich ging noch aus der Station raus und schlenderte ein bisschen planlos durch die Stadt,

aber die letzten Tage sind nicht spurlos an mir vorbei gegangen und ich fuhr letztendlich zurück zur Wohnung und plante den Rest meines Trips durch.

Was mir auf meinem Heimweg aufgefallen ist und was ganz interessant ist:

  1. Die Fußgänger-Ampeln sind mit einem Countdown versehen, so dass man ganz genau weiß, wann es nicht mehr erlaubt sein wird, die Straße zu überqueren

  2. Als Fußgänger hat man prinzipiell immer Vorfahrt, aber hier dürfen Autos auch bei ROT immer RECHTS ABBIEGEN, wenn gerade keiner kommt.

  3. An den Rolltreppen gilt folgendes: Man steht rechts, wenn man nur befördert werden will. Die linke Seite bleibt frei für die Leute, die es eilig haben.

Bald geht es los

13Aug2012

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.